1988 „Mit Küchenbenutzung“

Inhalt:

Untermieter sein oder Untermieter haben, ist ganz bestimmt nicht immer eine allzu rosige Angelegenheit, aber was sich in der Wohnung des cholerischen Pferdeschlachters Piening abspielt, als ihm das Wohnungsamt das Ehepaar Senkpiel „mit Küchenbenutzung“ einquartiert, übersteigt zweifellos selbst die schlimmsten Befürchtungen. – Der einzige Trost mag sein, dass sich Wohnungsinhaberin und Untermieter in ihren Schikanen und Gegenschikanen wahrlich ebenbürtig sind. Und auf was für Ideen diese beiden kommen! Nur gut, dass ihre Männer dazwischentreten, wenn es allzu heiß hergeht und wenigstens für ein paar Minuten wieder einen Scheinfrieden herstellen. Dabei ist der Herr Rossschlachter beileibe keine friedliche Natur, denn schlechter Geschäftsgang, Dauerkrieg mit Wohnungsamt und Straßenbahnverwaltung sowie ständige Reiberein mit seiner besseren Hälfte sind seinem ohnehin leicht erhitzbaren Gemüt ganz und gar nicht zuträglich.
Das Aufeinanderprallen der verschiedenen Charaktere im beengten Rahmen einer Küche schafft Szenen von einfach unbeschreiblicher Komik und Turbulenz. Frau Rossschlachter schikaniert ihre Untermieter nach allen Regeln der Kunst bis zu dem Tage, da diese erfährt, dass sie durch die Erbschaft ihres Mannes Besitzerin des Hauses geworden ist, in dem sich die Rossschlachterei befindet. Nunmehr dreht sich das Blatt, und Untermieterin Senkpiel zahlt ihrer Peinigerin alles das doppelt und dreifach heim, was sie in den letzten Wochen erdulden musste. – Nun erweist sich diese Erbschaft aber als Irrtum, und abermals scheint die Frau Rossschlachter das Heft in die Hand zu bekommen. – Doch dazu kommt es glücklicherweise nicht mehr – ihre Rache wäre bestimmt zu furchtbar geworden, und auch an das Publikum muss gedacht werden: wer zwei Stunden ununterbrochen Tränen gelacht hat, muss unbedingt wieder einmal zum Luftholen kommen.